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Chessy

3. Dubai Schachmeisterschaft der Jugend
Sheikh Maktoum Bin Hamdan Al Maktoum Cup

vom 11. bis 19. Juli 2004 in Dubai / Vereinte Arabische Emirate

Infos, Details, Termine, Fortschrittstabelle, letzte Runde, Bericht+Fotos, Partien


Bericht und Fotos von Volker Widmann

Bericht aus Dubai

Dubai, eines von sieben Emiraten, die zu den Vereinigten Arabischen Emiraten gehören, ist das extravagante Handels- und Wirtschaftszentrum des Nahen Ostens, die Drehscheibe für Waren, Finanzen und Dienstleistungen, und zunehmend auch für Touristen ein attraktives Reiseziel.

Der Dubaier Chess und Culture Club lud zum zweiten Male eine Deutsche Delegation zum mit 10.000 $ dotierten Jugend Open und möchte dies auch im nächsten Jahr tun.

128 Spieler aus 14 Nationen nahmen an diesem Einladungsturnier teil. Der Jüngste war Jahrgang 1998 und gerade mal 6 Jahre alt. Tägliche Bulletins, jeweils mit einem Interview über einen Spieler wurden erstellt, die ersten 16 Bretter live übertragen. Die Kinder erhielten jeden Tag eine kleine Aufmerksamkeit und die Spielbedingungen waren exzellent. Holzschachtische, digitale Uhren, Stellung von Schreibmaterial, kostenlose Getränke (Wasser, Kaffee, Tee) für Spieler und Betreuer können nicht besser sein. Die vier eingesetzten Schiedsrichter hatten das Geschehen jederzeit im Griff, und es kam zu keinem einzigen Protestfall. Ungewöhnlich war sicherlich, dass nach 1,5 Stunden in den Abendrunden jeweils eine Gebetspause von 10 Minuten eingelegt wurde und alle Spieler den Saal Räumen mussten. Hier war vor allem die Fairness der Betreuer und Trainer gefragt. Ungewöhnlich für uns war sicher auch die Aufteilung des Gebäudes mit Unterhaltungsräumen, Beträumen und Trainingsräumen, die nach Jungen und Mädchen getrennt waren. Gemeinsame Trainings finden eigentlich nicht statt.

Während dieser neun Tage unternahmen wir auch vieles, um Land und Leute besser kennen zulernen. Ein besonderes Erlebnis war der Besuch des großen Gold Souks, wo in nahezu 300 Geschäften die 22- und 24-Karat Stücke in den Schaufenstern glänzten. Natürlich besuchten wir auch den Gewürz und Textil Souk, das Burj al Arab, das einzige 7-Sterne Luxushotel, aber dieses nur von außen, die Jumeira Moschee, fuhren auf dem Dubai Creek und waren im Meer schwimmen. Besonderes Highlight war am Ruhetag eine Wüstensafari. Eine Stunde Achterbahn fahren durch die Sanddünen mit anschließendem Barbecue stellte für viele das ausserschachliche Highlight.

Zum Turnier selbst:

Das Turnier ist in der Spitze sehr stark, wie man z.B. an der Teilnahme des U12-Weltmeisters Eltaj Safarli, der indischen und iranischen Meister der einzelnen Altersklassen und des U10-Vizeweltmeisters Saeed Ishaq von den VAE sehen kann.

Florian Dinger, D/C-Kaderspieler aus Oberkochen/Württemberg begann mit 2 aus 2 und kam in der 3. Runde mit weiß gegen den Inder Manoj Gauri. Florian führte die weißen Steine in einer Englischen Partie. Die Initiative ständig behaltend kam er in ein Springer gegen Läuferendspiel. Durch eine Unachtsamkeit in Zeitnot wäre nun die Abwicklung zum Remis nötig gewesen, leider wollte er immer noch gewinnen, und so kam es, wie es in solchen Fällen meistens passiert, die Partie kippte ganz und eine Null war die Folge. Die nächsten beiden Partien gingen wieder leicht von der Hand und in der 7. Runde wartete nun die Nr. 2 der Setzliste, der Inder Dasari Sai Srinivas. Florian eröffnete wiederum mit c4 und spielte eine sehr starke Partie. Im Damenläuferendspiel hatte er die Möglichkeit, in ein Endspiel mit Plusbauern für sich abzuwickeln, leider fand er hier nicht den richtigen Zug, und schon war es vorbei. Der Inder gewann über Schachs selbst einen Bauern und konnte diesen umwandeln. Um noch in die Preisränge zu kommen, mussten nun 2 Siege her. Runde 8 war Anja Jehle die Gegnerin. Im gleichfarbigen Läuferendspiel konnte er seine besseren Endspielkenntnisse in einen Sieg umwandeln. Gegen den Bosnier Amis Nuhic in der Runde 9 konnte er in einer Skandinavischen Partie ebenfalls gewinnen, und mit 7 aus 9 wurde er geteilter Dritter bis Sechster und gewann 250$.

Manuela Mader(Etllingen/Baden), ebenfalls D/C-Kader des DSB remisierte in den Runde 1 und 2 gegen Anja Jehle und den Ungarn Hamdi Bence, vier Siege in Folge ließen sie ganz nach vorne stoßen. In der 7. Runde geriet sie durch einen schlechten Zug in der Eröffnung schnell ins Hintertreffen. In Runde 8 wäre ein Sieg im Springerendspiel möglich gewesen, leider sah sie nur die Umwandlung des gegnerischen Bauern und nicht den Rückgewinn durch Springergabel. Die Luft war raus und auch die 9. Runde musste sie nach langem Kampf aufgeben.

Anja Jehle (Jeddesheim/Württemberg) startete ebenfalls sehr gut und lag nach sechs Runden mit 5 Punkten ebenfalls in der Spitzengruppe. Auch sie schaffte danach leider keinen Punkt mehr.

Florians Schwester, Solveijg Dinger spielte nach ihrer tollen Partie in der 2. Runde sehr unterschiedlich. Oft stand sie auf Gewinn, konnte dies am Ende aber selten umsetzen. Vier aus 9 war ihr Endergebnis.

Zur Abschlussfeier am Abend erhielt jeder schon das Bulletin der 9. Runde und eine Urkunde. Dubai war jedenfalls wieder eine Reise wert und sicherlich nicht die letzte.

Volker Widmann

Fotos aus Dubai

Florian Dinger
Florian Dinger
Solveijg Dinger
Solveijg Dinger
Anja Jehle
Anja Jehle
Manuela Mader
Manuela Mader
Twin Towers Dubai
Twin Towers Dubai
Anja und Manuela in der Stadt
Anja und Manuela in der Stadt
Letzte Runde
Letzte Runde
Die Deutschen vor dem Dubai Chess Club
Die Deutschen vor dem Dubai Chess Club
Pokale
Pokale
Florian bei der Siegerehrung
Florian bei der Siegerehrung
Ausflug auf dem Dubai Creek
Ausflug auf dem Dubai Creek

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 21.07.2004