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Deutsche Schachjugend |
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25 Jahre Deutsche Schachjugend heißt auch 25 Jahre Schach mit Mädchen, Schach für Mädchen in Deutschland. Fast von Anbeginn an stellte sich die DSJ mit ihren Landesverbänden diesen Aufgaben. Stetig ist das Turnierangebot ausgeweitet, sind offizielle Meisterschaften für Einzelspielerinnen als auch Mannschaften eingeführt worden. Im Leistungsbereich ist der internationale Kontakt gesucht worden, sind besondere Trainingsideen umgesetzt worden. Auf allen Ebenen wird auch heute noch versucht, über einen seperaten Spielbetrieb und Trainingsbereich die Mädchen zu fördern, gleichzeitig wird aber auch darauf geachtet, daß ständig den Mädchen Möglichkeiten geboten werden, an gemeinsamen Angeboten teilnehmen zu können, dies vor allem in den jüngeren Jahrgängen.
Eine heute durchgeführte Analyse zeigt jedoch, daß sich an den folgenden vier Grundproblemen nichts geändert hat.
- Zu wenige Mädchen finden den Weg in die Vereine.
- Mädchen verlassen in jungen Jahren die Vereine wieder.
- Mädchen bleiben im Leistungsbereich hinter den Jungen zurück, steigern ihre Leistung sehr langsam.
- Auf allen Ebenen engagieren sich zu wenig weibliche Übungsleiterinnen, Jugendleiterinnen, Schulschachgruppenleiterinnen.
Die Analyse zwingt einen deshalb zu den zwei Fragen :
- Waren die bisherigen Ansätze falsch?
- Wie sieht ein erfolgversprechender Ansatz aus?
Die bisherige Arbeit war wichtig und richtig. Es ist im Laufe der Zeit gelungen, im Angebotsbereich eine Gleichberechtigung herzustellen. Schach für Mädchen muß nicht mehr um Anerkennung kämpfen. Gleichzeitig hat die bisherige Verengung auf Fragen des Spielbetriebes und des Trainingsbereiches zur Folge gehabt, daß andere Ansätze vernachlässigt wurden, wie zum Beispiel die Arbeit in den Vereinen, die Interessenslage der Mädchen, das Nachdenken über spezielle weibliche Angebote.
Bisher wird nach dem Prinzip gehandelt, daß die Motivation der Mädchen durch Spiel- und Leistungsangebote gesteigert werden kann, daß man nur das allgemeine Spielangebot zu kopieren braucht und zusätzlich als ein Spielangebot für Mädchen anbieten muß, um Erfolg zu haben.
Jedoch : Die Steigerungsraten im Mädchenbereich sind minimal, im Mitgliederverhältnis Jungen und Mädchen schneiden die Mädchen immer noch sehr schlecht ab, die Leistungskurve im Mädchenbereich steigt seit Jahren nicht an.
Doch welche Wege gibt es, um Lösungsansätze zu finden?
Im Moment ist die DSJ noch nicht in der Lage, diese Wege genau zu benennen. Deshalb ist es wichtig, daß sich die DSJ dazu offen bekennt und all ihre Kraft einsetzt, um in einem Zeitraum von 2 bis 3 Jahren das Thema
Schach mit Mädchen / Schach für Mädchen zu dem zentralen Thema der DSJ zu machen.
Erst danach kann die DSJ die Frage beantworten, ob es Wege gibt, zu anderen Lösungsansätzen zu kommen als bisher. Es kann nach den 2 bis 3 Jahren aber auch der Fall sein, daß die DSJ eingestehen muß, daß es im Schach über einen weiteren langen Zeitraum ein Ungleichgewicht zwischen Mädchen und Jungen geben wird, da zum Beispiel als ein wichtiger Faktor die gesellschaftlichen Einflüsse auf die Erziehung festgemacht werden, oder aber sogar erkannt wird, daß es im Schach immer ein Ungleichgewicht zwischen Mädchen und Jungen geben wird, da die Mädchen bis auf Ausnahmen einen geringeren Zugang zur Sportart Schach finden.
Das Bekenntnis der DSJ zur Thematik Schach mit Mädchen / Schach für Mädchen bedeutet, daß
- das Thema ein zentrales Thema der DSJ-Jugendarbeit wird,
- mädchenspezifische Aspekte bei allen Arbeitsbereichen und Aktivitäten der DSJ mit einbezogen werden müssen,
- spürbare Ergebnisse nur zu erzielen sind, wenn auf allen Ebenen des Jugendschachs an der Gesamtthematik gearbeitet wird.
Der DSJ-Vorstand hat sich folgende Arbeitsschwerpunkte vorgenommen.
- Fakten sammeln:
- Auswertung aller bekannten Untersuchungen
- Auswertung aller durchgeführten Fragebogenaktionen
- Auswertung der Bewerbungen zum Grünen Band
- Auswertung des statistischen Materials
- Auswertung der Arbeit in den Vereinen
- Querverweisen nachgehen:
- Auswertung der wissenschaftlichen Diskussion im Bereich Schule, Naturwissenschaften, Psychologie etc.
- Auswerten von Erfahrungen in anderen Sportarten und anderen Ländern
- Generelles Thema für DSJ und DSB:
- Das zentrale Thema wird zum Schwerpunktthema aller Zusammenkünfte der DSJ.
- Das Frauenschach muß überprüft werden in seiner Wirkung auf die Mädchenarbeit.
- Neue Untersuchungen vornehmen:
- Biographien erstellen ehemaliger Leistungsträgerinnen.
Die Arbeit sollte wissenschaftlich begleitet werden, wobei auch einzelne Aufgaben an Personen außerhalb der Schachorganisation vergeben werden können.
Jörg Schulz
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