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Leistungssportkonzept / DSJ - Spitzenförderung

Konzeption zur Förderung jugendlicher Spitzenspieler in der Deutschen Schachjugend

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1. Organisationsstruktur

Die "Konzeption zur Förderung jugendlicher Spitzenspieler" umfaßt die Leistungssportförderung im Jugendbereich auf allen Ebenen. Es ist die Weiterentwicklung und Ergänzung zur DSB-Konzeption "Leistungssportförderung" und zusammen mit ihr als einheitliches Ganzes zu betrachten.

Analog zum DSB-Konzept sind für die konkrete Umsetzung die jeweiligen Schachorganisationen für ihre Ebene verantwortlich.

Die Landesverbände sind verpflichtet, bei ihrer Nachwuchsförderung die Vorgaben der Konzepte als Rahmenbedingungen für ihre Arbeit anzunehmen. Nur wenn die Landesverbände den Unterbau zu den Konzepten liefern und sie mit geeigneten Maßnahmen flankierend unterstüzten, können sie erfolgreich verwirklicht werden. Zusätzlich sind die Landesverbände angehalten, Anschlußkonzepte zu entwickeln, die in ihrer Zielstellung die Basis für die Spitzenarbeit der DSJ bilden.

Langfristig muß erreicht werden, daß die Breite der Nachwuchsarbeit in den Landesverbänden in Zusammenarbeit mit den Landessportbünden betrieben wird; die Deutsche Schachjugend übernimmt dann die Spitzenarbeit im Nachwuchsbereich und die internationale Vertretung des Deutschen Schachs bei den Welt- und Europameisterschaften und bei internationalen Turnieren. Das wird zur Folge haben, daß sich die Kaderstruktur der Deutschen Schachjugend verändern wird und auch die Kadergrößen sich reduzieren werden.


2. Zielsetzung auf DSJ-Ebene

Die Zielsetzung für die Deutsche Schachjugend liegt darin, ein System zu schaffen, mit Hilfe dessen frühzeitig Talente erkannt werden und deren Entwicklung so gefördert werden kann, daß sie ihre Begabung und Leistungsfähigkeit optimal umsetzen können.

Dies läßt sich in drei Arbeitsfelder unterteilen:

  1. Frühzeitige Talentfindung und Talentförderung.

    Die Deutsche Schachjugend bietet zusammen mit den Landesverbänden den Kindern und Jugendlichen umfangreiche Turnierangebote an, ist mit Trainern auf den Meisterschaften der jüngeren Altersklassen vertreten und schult die jüngeren Kadermitglieder auf der Talentsichtungsmaßnahme.

  2. Betreuung und Förderung der beiden Spitzenkader der Deutschen Schachjugend (D/C-Kader, Förderkader), um sie an den DSB-Nachwuchskader (C-Kader) heranzuführen.

    Die Deutsche Schachjugend entsendet dazu die Kadermitglieder zu internationalen Turnieren und bietet ihnen Trainingsangebote.

  3. Vorbereitung und Betreuung der Spieler, die die Deutsche Schachjugend bei internationalen FIDE-Meisterschaften vertreten.

    Die Deutsche Schachjugend bietet hierfür Trainingsmaßnahmen an und ist bemüht, Trainer des Deutschen Schachbundes als Betreuer zur Verfügung zu stellen.


3. Zuständigkeit auf DSJ-Ebene

Für die Umsetzung und Fortschreibung der Konzeption ist in der Deutschen Schachjugend der Arbeitskreis Leistungssport verantwortlich. Die Aufgabenfelder des Arbeitskreises und seiner Mitglieder sind in der DSJ-Geschäftsordnung aufgeführt.

Er setzt sich gegenwärtig zusammen aus :


4. Förderkriterien und Kaderstruktur

Die allgemein für alle Kader der DSJ geltenden Kriterien für eine Nominierung sind :

In Anlehnung an die Kaderstrukturen in anderen Sportverbänden ist dabei im Bereich des DSB, der DSJ folgendes Modell zur Kadereinteilung und Altersstruktur entwickelt worden:

   DSB :    Spitzenkader       A/B  (ohne Altersgrenze)
	    Nachwuchskader     C    (bis 23 Jahre)

   DSJ :    Kandidaten         D/C  (bis 20 Jahre)
	    Förderkader             (bis 17 Jahre)

Die "Kandidaten" sind die Jugendlichen, von denen der Sprung in den C-Kader erwartet wird. Sie sind in den D/C-Kader einzuordnen. Er ist der Spitzenkader der DSJ. Von den Spielern wird erwartet, daß die Leistungstendenz zur Internationalen Meisterstärke absehbar ist.
Die Nominierungskriterien müssen hier strikte Beachtung finden; das Aufnahmealter für den Kader liegt im allgemeinen bei der Altersgrenze des Förderkaders, also deutlich unter 20 Jahren.
Neben den allgemein gültigen Kriterien finden folgende Anforderungen für den D/C-Kader besondere Beachtung:

Der "Förderkader" sind die Talente, die sich durch Leistungen auf nationaler oder internationaler Ebene als besonders förderungswürdige Nachwuchsspieler erwiesen haben, und erwarten lassen, daß sie bald zum Kreis der Kandidaten zu zählen sind. Neben den allgemein gültigen Kriterien finden folgende Anforderungen für den Förderkader besondere Beachtung:

Die verschiedenen Kriterien und Leistungsanforderungen müssen nicht unbedingt von jedem Nominierten in allen Punkten erfüllt werden. Es ist vor allem immer auf die Relation von Alter, Talent und Leistungsanforderungen zu achten. Die Aufgabe des Arbeitskreises Leistungssport ist es, die Entscheidungen nach bestem Wissen zu treffen.

Die Maximalgrößen der Kader orientieren sich an den Förderpotentialen der DSJ und dem Leistungsstand der Kaderspieler.

Es gelten folgende Richtlinien für den Umfang der einzelnen Kader:

   D/C-Kader               bis zu 14 m     10 w    Mitglieder
   Förderkader             bis zu 20 m     14 w    Mitglieder

Eine Ausweitung der Kader über diese Zahlen hinaus ist nicht sinnvoll, da sonst eine umfaßende Förderung nicht möglich ist.


5. Maßnahmen

a) Einzelturniere

Einzelturniere werden schwerpunktmäßig den Spielern des D/C-Kaders angeboten.

Als Beispiele seien genannt:

b) Mannschaftsturniere

Mannschaftsturniere werden vorwiegend mit Spielern des Förderkaders beschickt.

Als Beispiele seien genannt:

c) Lehrgänge und Trainingsmaßnahmen

Für alle Kader werden neben den Turnierangeboten entsprechende Trainingsmaßnahmen abgehalten.

Bislang existieren folgende Angebote:

Die beiden festen Trainingsangebote der Deutschen Schachjugend werden nach Möglichkeit ergänzt durch folgende Maßnahmen:

d) Sonstige Maßnahmen

Dazu gehören alle Initiativen zur Förderung des Spitzennachwuchses, die in diesem Konzept nicht explizit erwähnt werden können.

Wichtig hierbei sind vor allem auch die Maßnahmen der Landesverbände und die der Vereine für ihre DSJ-Kaderspieler. Denn ohne weitergehende Unterstützung bleibt die Intention des Konzeptes lediglich Stückwerk. Die hierzu notwendige Abstimmung mit dem DSJ-Konzept wird vom Arbeitskreis Leistungssport in enger Zusammenarbeit mit den Landesverbänden koordiniert.

Vorgeschlagen wird dabei, neben weiteren Trainings- und Talentfindungsmaßnahmen, Kaderspieler von untergeordneten Qualifikationsturnieren freizustellen, und ihnen stattdessen die Möglichkeit zu geben, sich in starken Turnieren zu bewähren.

Außerdem gehören zu diesem Bereich die Unterstützung organisatorischer (oder finanzieller) Art zur Teilnahme an in- und ausländischen Open-Turnieren zum Erwerb einer Elo-Zahl.


6. Allgemeine Bemerkungen

Das Konzept definiert die Spitzensportarbeit der Deutschen Schachjugend. Es ist ein Bestandteil der "Konzeption zur Leistungssportförderung" des DSB.

Dieses Konzept trifft zum Thema "Profisport" keine Aussage. Allerdings wird diese Frage spätestens beim Übergang zu den DSB-Kadern und der damit verbundenen Konzeption relevant. Denn jeder Spitzenspieler muß sich darüber im klaren sein, daß er das Förderungsziel "Weltniveau" nur dann erreichen kann, wenn er Schach zum Beruf macht. Zu dieser Entscheidung können hier sicher keine generellen Ratschläge erteilt werden. Doch nach Auffassung der Deutschen Schachjugend ist eine Entscheidung zum Profi in unserer Gesellschaft nur in ganz wenigen Ausnahmefällen sinnvoll.

Im Rahmen der DSB-Konzeption ist die grundsätzliche Einordnung des DSJ-Konzeptes festgelegt. Allerdings sind dort die Grenzen zu eng gefaßt.

Zwar hat der DSB mit seiner Konzeption praktisch die Förderung der stärksten Jugendspieler übernommen, da seine Leistungssportförderung mit dem Ziel "Anschluß an die Weltspitze" frühzeitig gezielte und intensive Förderung verlangt.

Dennoch hat die Leistungssportförderung der DSJ in verschiedenen Bereichen Überschneidungen, die durchaus sinnvoll sind:

Gerade weil die schachliche Entwicklung in immer früheren Altersstufen stattfindet, muß die DSJ auch die Entwicklung bis hin zu Elo-Zahlen und IM-Normen fördern. Es kann nicht vorausgesetzt werden, daß der DSB mit seiner Konzeption spezifische Jugendbelange berücksichtigt.

(Stand März 1998)


Jörg Schulz

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 24.11.2001