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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 2000 - 04


Schachjugend und Schützenjugend -
eine Kooperation geht in die nächste Runde

Die Geschichte begann vor knapp zwei Jahren, als der damalige Bundesjugendsprecher Patrick Wiebe die Tradition der Jugendsprecherseminare kräftig durcheinanderwirbelte und ein Kooperationsseminar zusammen mit dem Jugendverband der Schützen durchführte. Das Ergebnis überzeugte, denn die Teilnehmer beider Verbände fuhren mit dem Wunsch nach Hause, demnächst wieder zusammenzutreffen und gemeinsam ein bestimmtes Thema zu erarbeiten.

Inzwischen gibt es sowohl in der Schützen- als auch in der Schachjugend zwei neue Bundesjugendsprecher, die das Kooperationsseminar damals aus Sicht eines Teilnehmers erlebt haben, doch war die Erinnerung an das gemeinsame Wochenende durch die Bank weg positiv und so entschloss man sich gleich nach der Amtsübernahme, aus dem Kooperationsseminar der Schützen und Schachspieler eine Tradition werden zu lassen.

Vor zwei Jahren hörten die Teilnehmer einen Vortrag über das Internet, in diesem Jahr einigte man sich ebenfalls auf ein Thema des alltäglichen Lebens, die Kommunikation.

Die Kommunikation ist jedoch ein so weites Feld, das mit Sicherheit nicht an einem Wochenende vollständig abgegrast werden kann und somit wählte man einen bestimmten Bereich aus, nämlich die Kunst der Argumentation oder das richtige Führen einer Diskussion.

Vom 19. bis zum 21. Mai diesen Jahres trafen sich die Delegationen der Schützenjugend und der Schachjugend im Wiesbadener Bundesleistungszentrum des Deutschen Schützenbundes. Bereits vor zwei Jahren war man hier zusammengekommen und aufgrund der optimalen Tagungsbedingungen hatte man sich auch in diesem Jahr auf die Schießsportschule in Deutschlands reichster Stadt geeignet.

Rund fünfundzwanzig junge Funktionäre aus beiden Verbänden hatten sich an Thema und Idee des Kooperationsseminars interessiert gezeigt und trudelten am Freitag nach und nach ein.

Shooty und Chessy

Eine Idee des gemeinsamen Seminars beider Verbände ist es, den Sport des jeweils anderen kennen zu lernen und vielleicht auch zu erlernen. So standen der Freitagabend und der Sonntagvormittag ganz im Zeichen des Sports.

Die Schützen versuchten den Schachspielern durch einen kurzen Einführungslehrgang an Luftgewehr, Luftpistole und Bogen das Treffen des kleinen schwarzen Kreises, der für Laien so weit weg erscheint, zu erleichtern - ein Vorhaben, das zumindest annähernd gut klappte. Die Schachspieler bewiesen Vielseitigkeit und der eine oder andere Treffer konnte verbucht werden.

Am Sonntag schlüpften dann die Teilnehmer der Schachjugend in die Rolle des Lehrmeisters und anhand des in Hamburg entwickelten "Minischachs" erklärten sie den Schützen ihren Sport und diese ließen sich erstaunlicherweise kaum mehr von den Brettern vertreiben, denn der dem Normalbürger sonst so langweilig erscheinende Sport wirkte auf die Schützen ganz anders.

Der Schwerpunkt des Seminars am Samstag lag natürlich im Referat

"Argumentationstechniken und Diskussionsleitung".

Die Münchener Referentin, Lehrerin an einer Berufsschule und Referentin an der Volkshochschule, ist schon einmal von der Schützenjugend eingeladen worden und war so erfolgreich, dass man sich auch diesmal ihrer erinnerte und sie als Fachfrau für Rhetorik als absolut geeignet erachtete.

Am Vormittag beschäftigten sich die Teilnehmer mit den Grundsätzen einer Diskussion, dem richtigen Zuhören und sachlichen Austauschen von Argumenten. Durch allerlei praktische Übungen und Rollenspiele wurde vermittelt, wie man selbst seinen Teil zu einer gefühlsneutralen Diskussion beitragen kann und sie nicht auf eine emotionale Schiene abrutschten lässt - eine Gefahr, die für jedes Gespräch tödlich ist.

Am Nachmittag gelang es der Referentin durch Videoaufnahmen und erneuter Rollenspiele, die Kunst der Gesprächsleitung vorzustellen und durch die Teilnehmer selbst ausprobieren zu lassen. Das Ergebnis dieser Ausführungen waren neue Tipps und Tricks, um ein Gespräch lesen und bei Bedarf lenken zu können.

Der abschließende Block des Referats befasste sich mit der Kunst, Angriffen und Zwischenrufen während einer Diskussion ohne Probleme begegnen zu können. Jeder Zuhörer bekam einen "rhetorischen Werkzeugkasten", mit dem er gegen jede Spitze und jede Provokation bestehen sollte.

Auch wenn Kommunikation nicht planbar ist, man immer auf Überraschungen gefasst sein muss, hat dieses Referat einen Teil dazu beigetragen, in Zukunft sicherer und überlegener an Gespräche und Diskussionen heranzugehen; für die Teilnehmer, die aufgrund ihres Amtes als Jugendsprecher oft solchen Situationen ausgesetzt sein mögen, war dieses Wochenende sicherlich ein Stück Wissen für die Zukunft.

(Jan Pohl, Bundesjugendsprecher)


Und darum gilt ab sofort:
Vorsicht vor Diskussionen und Streitgesprächen mit Jugendsprechern!
Und deshalb gilt auch:
Wir verraten nicht, wer am Seminar teilgenommen hat!


Kooperation Deutsche Schachjugend und terre des hommes

Im letzten FORUM haben wir die Kooperationsvereinbarung zwischen beiden Verbänden abgedruckt und auf die neue Verbindung zwischen der Schachjugend und einer Hilfsorganisation für Kinder auf der ganzen Welt hingewiesen. Natürlich auch mit der Hoffnung, Leser aus Vereinen, Bezirken und den Landesverbänden zu animieren, Initiativen zu ergreifen und die Vereinbarung mit Leben zu erfüllen.

Schneller als wir zu hoffen gewagt haben, traf der erste Bericht über eine Aktion zugunsten von terre des hommes bei uns ein.


Tandem für Mosambik

Im Rahmen unserer Bremer Landesmeisterschaft richteten wir am 20.4. in Delmenhorst ein Tandemturnier zugunsten eines Straßenkinderprojektes in Mosambik aus, das von "terre des hommes" betreut wird.

Die Idee einmal ein Wohltätigkeitsturnier zu veranstalten, kam uns, als wir von der Kooperation der DSJ mit terre des hommes gehört hatten.

Wir dachten uns, dass die DSJ zwar auf den Deutschen Meisterschaften einiges machen kann, aber doch eigentlich primär die Landesschachjugenden, also wir, Initiative zeigen müssen.

Dank einer großen Kooperationsbereitschaft der Geschäftsstelle von terre des hommes in Osnabrück, die uns gleich Material zuschickten und uns einen lokalen Ansprechpartner nannten, konnte das Turnier ohne Probleme starten.

So versammelten sich am Donnerstag dann gut 35 Jugendliche, die von einem Vertreter terre des hommes begrüßt wurden und sich anschließend einen spannenden Wettkampf mit viel Spaß lieferten.

Natürlich ging es bei diesem Turnier nicht primär um finanzielle Spenden, von denen aber auch gut 150 DM zusammenkamen, sondern darum auf die Lage in der dritten Welt hinzuweisen.

Ich denke, derartige Benefizveranstaltungen helfen zum einen den Kinder in der 3. Welt, aber auch uns bei der Präsentation in der Öffentlichkeit.

Zur Nachahmung dringend empfohlen!

(Eike Schwede, Jugendsprecher Bremen)


Philipp Schlosser spielt Simultan für terre des hommes

Die Deutschen Jugendmeisterschaften in Überlingen am Bodensee vom 03.-11.06.2000 beginnen gleich mit einer Aktion zugunsten von terre des hommes.

Auf dem Landungssteg der Uferpromenade Überlingens stellt sich GM Philipp Schlosser auf Bitten der Badener und Württembergischen Schachjugenden am 04.06.2000 den Urlaubern, Besuchern und Überlinger Bürgern zum Simultan.

Gleichzeitig wird mit dem Simultan die Partnerschaft zwischen terre des hommes und Deutscher Schachjugend der Öffentlichkeit und den Medien vorgestellt.

In einem gemeinsamen Flyer, der pünktlich zum Simultan erscheint, stellen terre des hommes und DSJ die beiden Bildungsprojekte vor, um die sich beide in den nächsten Jahren intensiv kümmern werden.

Unter dem Motto "Lernen für ein besseres Leben" fördern beide folgende Projekte:

Mosambik: Ausbildung von Straßenkindern

In der Hauptstadt Maputo hat eine Gruppe von Frauen einen Ort geschaffen, an dem sich täglich 200 Straßenkinder treffen (Kinder, die der Bürgerkrieg in Mosambik zu elternlosen Kindern gemacht hat), vormittags Lesen und Schreiben lernen, verpflegt werden und nachmittags eine handwerkliche Ausbildung erhalten.

Guatemala: Bildung für arbeitende Kinder In den Dörfern um die Stadt Quetzaltenango haben die Kinder keine Chance, staatliche Schulen zu besuchen, sie müssen in den Kaffeeplantagen arbeiten. Seit 1999 gibt es durch private Initiativen eine Schule für 464 Mädchen und Jungen. Neben dem Unterricht für die Kinder hat man gleichzeitig zum Ziel, die Dorfgemeinschaften und Eltern zu beraten, wie die Kinderarbeit abgebaut und langfristig abgeschafft werden kann.

Der Flyer von terre des hommes und DSJ ist über die Geschäftsstelle der DSJ (Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin, Fax.: 030/3000 78 30) in einer kostenfrei erhältlich!

(Jörg Schulz)


Arbeitsgruppe Internationale Jugendarbeit der DSJ

Internationale Jugendarbeit in der DSJ hieß in der Vergangenheit Besuch von Europa- und Weltmeisterschaften und Austausch von Spielern zu internationalen Jugendmeisterschaften.

In einem Jugendverband kann sich aber natürlich die internationale Jugendarbeit darauf nicht alleine beschränken. Unter internationaler Jugendarbeit versteht man nämlich allgemein den Austausch von Jugendgruppen mit dem Ziel, andere Länder und Kulturen kennen und vor allem verstehen und tolerieren zu lernen.

Internationale Jugendarbeit ist Bildungsarbeit und gesellschaftlicher Auftrag an alle Jugendverbände.

Internationale Jugendarbeit wird von staatlicher Seite vielfältig finanziell gefördert. Da sind das deutsch- französische Jugendwerk zu nennen, das deutsch- polnische Jugendwerk, die verschiedenen Fördertöpfe der Kinder- und Jugendpläne des Bundes und der Länder.

Die Deutsche Schachjugend hat nun eine eigene Arbeitsgruppe "Internationale Jugendarbeit" berufen, die von Patrick Wiebe, dem 2. Vorsitzenden der DSJ, geleitet wird.

Die AG setzt sich wie folgt zusammen:

   Leitung     Patrick Wiebe
   Mitglieder  Dr. Helmut Jacob (NRW)
               Sebastian Wagner (Württemberg)
               Ulla Höhmann (Hessen)
               Sabine Harder (Niedersachsen)
               Claus-Dieter Jessel (Niedersachsen)

Nicht offiziell Mitglied arbeitet Oliver Linder trotzdem als Beauftragter des Deutschen Schachbundes für die deutsch- französische Zusammenarbeit in der Arbeitsgruppe der DSJ mit.

(Jörg Schulz)


Die erste Sitzung fand kürzlich im Rahmen der Jugendversammlung in Dresden statt.

Arbeitsgruppe beginnt Arbeit:

Am Rande der Jugendversammlung 2000 in Dresden hat unter Führung des neuen 2. Vorsitzenden Patrick Wiebe ein Arbeitstreffen der Arbeitsgruppe Internationale Jugendarbeit stattgefunden.

Ein erstes Ergebnis der Sitzung war, dass über die Mitglieder in der AG bereits zu verschiedenen Ländern Kontakte bestehen:

  1. Zwischen Polen und Deutschland wird seit mehreren Jahren von Claus-Dieter Jessel und Sabine Harder ein Jugendaustausch organisiert,
  2. Dr. Helmut Jacob hat bereits Erfahrungen mit Kontakten zu den Niederlanden,
  3. Oliver Linder berichtet von Freundschaftsspielen zwischen Elsaß und Baden und vielfältigen Kontakten zwischen Frankreich und Deutschland.

Diese Kontakte spielen sich zumeist auf der Vereinsebene ab. Es wird nun Aufgabe der AG sein, die bestehenden Erfahrungen auszuwerten, an andere weiter zu geben und zusätzliche Ebenen innerhalb der DSJ zur Mitarbeit zu bewegen.

Die Arbeitsgruppe setzte sich 3 Schwerpunkte für die künftige Arbeit:

  1. Kontaktpflege und Hilfestellung für Vereine und Verbände,
  2. Organisation eigener Jugendbegegnungen
  3. Bestandsaufnahme und Intensivierung der aktuellen Beziehungen.

  1. Die Hilfestellung für die Vereine soll zum einen über zu erstellende Info-Mappen über das Partner-Land und zum anderen durch persönliche Ansprechpartner (z.B. aus dem AK IJ) realisiert werden. Dazu ist auch noch eine Info-Mappe über die DSJ geplant, die dem gewünschten Partner übergeben werden kann, oder die sich interessierte Vereine aus dem Ausland zuschicken lassen können.
  2. Die Organisation von Jugendbegegnungen wurde schon angepackt, mit Frankreich soll vom 31.10. - 05.11.2000 in Baden-Baden ein gemeinsames Trainingslager mit vielfältigem Rahmenprogramm durchgeführt werden.
  3. Die Bestandsaufnahme für die DSJ brachte relativ ernüchternde Ergebnisse: Die Beziehungen zu den Niederlanden sind nach kurzer Zeit wieder eingeschlafen, mit Frankreich finden außer auf der Leistungssportebene nur auf Vereinsebene Begegnungen statt und mit Polen hat in den letzten Jahren keine Jugendbegegnung stattgefunden. Zumindest aber hat es bereits Beziehungen gegeben, auf denen man aufbauen kann und die man nun auffrischen und reaktivieren kann.

Innerhalb der Arbeitsgruppe wurden Zweierteams gebildet, die sich jeweils auf eines der vorerst ausgewählten Länder (Niederlande, Frankreich, Polen) konzentrieren.

(Sebastian Wagner, Jugendsprecher Württemberg, AK-Mitglied)


Impressum DSJ-FORUM

Herausgeber: Deutsche Schachjugend
http://Deutsche-Schachjugend.de/
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.02.2002