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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 1998 - 10



Christel Moreth, Ludwig Moreth,
Gudrun Grieser
 

Ludwig Moreth -
Ein Leben für die Jugend

Eine hohe Auszeichnung wurde Luwig Moreth zuteil.

Die durch Bundespräsident Roman Herzog verliehene Verdienstmedaille wurde Ludwig Moreth durch die Oberbürgermeisterin der Stadt Schweinfurt, Frau Gudrun Grieser, am 11. November 1998 im Rathaus überreicht.

Damit fand ein lebenslanges Engagement für die Schachjugend hohe Anerkennung. Ludwig Moreth hat das Schachgeschehen in Bayern maßgeblich mitgestaltet.

Mehr als anderthalb Jahre an Urlaub hat Ludwig Moreth an Zeit für Turnierleitungen und als Betreuer auf Bayerischen Jugendturnieren aufgewendet. Die Bayerische Schachjugend, der Bayerische Landessportverband haben diese Leistung mit goldenen und silbernen Ehrennadeln bedacht.

Ludwig Moreth dankte für die Ehrung und betonte, daß er ohne den Rückhalt bei seiner Frau Christel diese langjährige Arbeitsleistung nicht hätte erbringen können.

Frau Moreth nahm die Ehrung zum Anlaß, einen Wanderpokal für ein großes Schweinfurter Schachturnier zu stiften; Frau Oberbürgermeisterin Grieser, selbst begeisterte Schachspielerin, sagte ihre Unterstützung für diese Schachaktion zu.

Gottlieb Kutschera, 2. Vorsitzender BSJ


Gottfried Weicker 1912 - 1998

Der Gründer der Bayerischen Schachjugend ist nicht mehr unter uns. Die Nachricht von seinem Tode weckt manche Erinnerung an einen liebenswerten Schachfreund.

Vor nunmehr 27 Jahren hat uns Gottfried Weicker die Idee zur Gründung einer eigenständigen Jugendorganisation nahegebracht. Sein Ziel war es, im Rahmen des Bayerischen Schachbundes ein Arbeitsgremium ins Leben zu rufen, das auf breiter Basis das Schachspiel bei jungen Menschen fördern sollte. Ausgerüstet mit Grußworten von Christian Zickelbein und vor allem mit überzeugenden Argumenten bewirkt er, daß im Herbst 1971 in der Jugendherberge in Feuchtwangen in einer sechs Stunden dauernden Gründungsversammlung die BSJ konstituiert wurde. Er wurde auch zu deren ersten Vorsitzenden gewählt.

Es kostete Gottfried Weicker viel Überzeugungsarbeit, vom BSB-Kongreß des folgenden Jahres die Bestätigung für die neue BSJ-Organisation zu erlangen.

Seinen Nachfolgern, das Referat Schulschach gab er 1973 an Gottlieb Kutschera ab, den 1. Vorsitz 1974/75 an Siegfried Schmid, übergab er eine voll intakte Jugendorganisation. Er selbst zog sich aus privaten Gründen, wir haben es sehr bedauert, aus unseren Kreisen zurück. Waren 1971/72 insgesamt 980 Jugendliche im BSB organisiert, sind es heute gut viereinhalbtausend.

Ein Turnier um den Titel des Bayerischen Meisters wurde damals je Jahr ausgetragen, 12 Wettkämpfer durften antreten; dazu kam ergänzend eine Meisterschaft der Bezirksauswahl- Mannschaften. Heute hat ein junger Schachfreund die Qual der Wahl zwischen zahlreichen Open und offiziellen Turnieren, Kaderlehrgängen, selbst im Schulschach werden alljährlich 1800 Schüler aktiv.

Ich hatte die Ehre und die Freude, Gottfried Weicker noch persönlich zu kennen, in den Anfangsjahren der BSJ sein Weggefährte zu sein. Von dem engagierten Pädagogen habe ich viel gelernt, sein frohes Wesen und den stillen Humor geschätzt. Er hat es verstanden, das rechte Wort zur rechten Zeit zu sprechen, Brücken zu schlagen zwischen den Menschen, bei uns die Freude an der Arbeit mit Jugendlichen und für die Jugend zu stärken.

Dank schuldet ihm die BSJ für die Ideen, die er ihr mit auf den Weg gegeben hat. Wir werden diese bewahren; auf diese Weise wird Gottfried Weicker mit uns sein.

Gottlieb Kutschera, 2. Vorsitzender BSJ


Marketing im Jugendbereich - Teil 2

In mehreren Arbeitsgruppen beschäftigte sich die Herbsttagung der DSJ nach einem einführenden Vortrag von Prof. Dr. Günter mit der Thematik, welche ersten Schritte in den Schachjugenden zu unternehmen sind, um die beschlossene Marketingkonzeption des Deutschen Schachbundes umsetzen zu können.

Eine Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit der Umsetzung Werbung, eine zweite mit dem Schulschachbereich und eine dritte mit Fragen zum Spielbetrieb, die im FORUM 9/98 vorgestellt wurden.

Die Überlegungen der anderen beiden Gruppen sollen in diesem FORUM ausschnittartig folgen, doch zuvor ist es notwendig, der Frage nach zu gehen, welche Ziele die Strategiekommission im Kinder- und Jugendbereich gesetzt hat, was erreicht werden soll?

(Dazu ein direkter Auszug aus der Marketingkonzeption des DSB, Seite 18 - 19)

Für die Zielgruppe "Kinder/Jugendliche in Schulschachgruppen und Vereinen" werden folgende Ziele - in verdichteter Form - aufgestellt:
  1. Popularisierung des Schachspiels (Interesse wecken beziehungsweise verstärken; Regel- und weitere Grundkenntnisse vermitteln)
  2. Gewinnen von Kindern/Jugendlichen für die Vereine (und Schulschachgruppen)
  3. Bis zum Jahr 2003 soll die Zahl der Vereine, die Jugendarbeit betreiben, um 10% gesteigert werden. Langfristig soll pro Jahr in jedem Bezirk mindestens ein weiterer Verein die Jugendarbeit aufnehmen. 25% der Jugendlichen vor der Pubertät sollen Schach spielen können. Davon sollen mindestens 1/3 Mädchen sein.
  4. Halten von Kindern / Jugendlichen in den Vereinen (und Schulschachgruppen).

Eine weitere Aufgliederung dieser Ziele ist möglich durch Differenzierung nach:

Jugendarbeit im obigen Sinne ist gekennzeichnet durch

Die genannten Ziele sind fast nur beziehungsweise am besten durch Schulschachaktivitäten erreichbar.

Alle Jugendlichen sollen Gelegenheit haben, im Grundschulalter Schach zu lernen. Bis zum Jahre 2003 soll - als erster Schritt - der Stand erreicht sein, daß 25% der Altersgruppe "Kinder im Grundschulalter", Jungen wie Mädchen, in der Lage sind, eine Schachpartie zu spielen.

Auch für das Schulschach werden Zielsetzungen für den Zeitraum bis zum Jahr 2003 formuliert: Die Anzahl der Schulen mit Schach-AGs soll bis zum Jahre 2003 um 25 % gesteigert werden. Schwerpunkt der Steigerung sollen die Grundschulen sein. Vor allem soll darauf hingewirkt werden, Lehrer und vor allem Lehrerinnen für die Leitung von Schach-AGs zu gewinnen. Die Basiszahlen für die Maßnahmen zur Intensivierung des Schulschachs sind auf regionaler Ebene in 1998 oder 1999 zu erheben. Mindestens 50 % der Schach-AGs sollen von einem Schachverein betreut werden ("betreuen" = mindestens Kontakt halten sowie mindestens eine gemeinsame Veranstaltung pro Jahr). Jede Schulschach-AG soll mindestens einen Schachverein als Ansprechpartner kennen.

Weitere Ziele:

Die Jugendarbeit soll systematisch auf Schwächen und Verbesserungsvorschläge untersucht werden. Dies erfordert eine Analyse, für die möglichst bald ein Arbeitsauftrag erteilt werden sollte.

Die Vielfalt der Jugendarbeit soll gefördert werden. Dies erscheint notwendig, um die oben angegebenen Ziele zu erreichen. Die Erzielung / Erhaltung von Vielfalt in der Jugendarbeit sollte bei allen Maßnahmen berücksichtigt werden. Schach-AGs sollen an die Schachorganisation gebunden werden können. Die Ergebnisse der hierzu laufenden Modellversuche sind abzuwarten. Auch ist zu prüfen, welche erfolgreichen Ansätze es diesbezüglich gibt.

(Ende des Auszuges)

Die Ziele sind ehrgeizig gesetzt, manche meinen auch, sie seien zu hoch, man sei noch zu weit entfernt. Doch sei's drum, unmöglich scheint es nicht zu sein, die Ziele, oder zumindest Teilziele zu erreichen, jedoch müssen dann auch die Ideen der Marketingkonzeption umfassend bekannt sein, müssen auf möglichst allen Ebenen diskutiert werden, und die Verbände müssen den Schwerpunkt in ihrer Arbeit auf die Umsetzung setzen. Nur so nebenher bearbeiten kann man die aufgeworfen Fragen nicht!

Deshalb hat sich auch eine Arbeitsgruppe mit der Frage beschäftigt, wie Öffentlichkeit für die Umsetzung der Marketingkonzeption geschaffen werden kann. Folgende Punkte sind besonders wichtig:

Auch muß die Frage der Verantwortung geklärt werden. Einer alleine kann die Thematik nicht bewältigen, sie darf auch nicht in "Randbereiche" der Organisation abgeschoben werden, daher schlägt die Arbeitsgruppe vor, auf jeder Organisationsebene

In einer Übersicht dargestellt, kann eine Umsetzung der Marketingkonzeption wie folgt aussehen:

Aktivitäten außerhalb
des Schachs anbieten,
Unterstützung von Vereinen
mit Breitensportaktionen
Aussprache in den
Landesverbänden
Bezirke/Vereine
Umsetzung des Konzeptes
Präsentation
in der Öffentlichkeit
(Messen, Stadtfest...)
Hilfestellung mit
Info -Mappen,
Datenpools

Die Idee der Datenpools (unten rechts im Schaubild) ist auch von der Strategiekommission in den Vordergrund der Überlegungen gestellt worden und eine hohe Bedeutung beigemessen worden. Mit ihm soll versucht wissen, das Wissen der gesamten Schachorganisation zu bündeln und für jedermann zugänglich zu machen, helfen wird dabei das Medium Internet. Informationen müssen zum allgemeinen Gut werden und nicht nur Eingeweihten zur Verfügung stehen!

Wie aus dem Papier der Strategiekommission klar hervorgeht, wird dem Schulschachbereich große Bedeutung beigemessen. Doch auch hier stellt sich die Frage, Schulschach in welcher Form? Schulschach leistungssportlich gesehen unter Meisterschaftsaspekt, Schulschach als breitensportliche Aktivität zur Verbreitung der Schachidee unter Kindern und Jugendlichen? Wer die Zielstellungen genau liest, entscheidet sich für die letztere Variante. So auch die dritte Arbeitsgruppe der Herbsttagung, die sich schwerpunktmäßig mit dem Schulschachbereich beschäftigte.

Gruppe Schulschachbereich

Wenn man bei der Umsetzung der Marketingkonzeption auf den Schulschachbereich setzt, sollte man folgende Schwerpunkte in die Überlegung einbeziehen:

Auch hier steht im Vordergrund, Möglichkeiten zum Spielen schaffen, Freizügigkeit statt starrer Reglements. In die letzten Überlegungen spielen die Idee eines einfachen Schulschachpasses statt der starren und komplizierten Paßregeln des organisierten Schachs im DSB, die Idee Schulgruppen an "normalen Wettkämpfen" teilnehmen zu lassen, wenn sie wollen und spontanes Interesse besteht.

Kindern und Jugendlichen muß die Möglichkeit eingeräumt werden, spontan Schach spielen zu wollen. Spontanität darf nicht durch Regelwut gehemmt werden. Dafür mag ein Funktionär Argumente und Gründe finden, er findet aber kein Verständnis bei Jugendichen!

Und um die geht es, mag das auch manchem noch Bauchschmerzen bereiten, will man die oben genannten Ziel nur ansatzweise umsetzen!!


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Herausgeber: Deutsche Schachjugend
http://Deutsche-Schachjugend.de/
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.11.2001