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Chessy

DSJ - FORUM
Ausgabe 1998 - 04


16 Thesen zur Mitarbeit der Jugend in den Verbänden

Auf dem Bundesjugendtreffen der Deutschen Sportjugend in Dessau ’97 fanden mehrere Workshops zur Jugendarbeit statt. In einem der Workshops diskutierten Jugendsprecher verschiedener Organisationen mit Vorstandsmitgliedern der Deutschen Sportjugend über die Mitarbeit, Beteiligung von Jugendlichen an der Arbeit der Verbände.

Für die Seite der Jugendvertreter stellte Roland Grabs 16 Thesen mit der Überschrift „Reif für die Jugend“ auf.

Patrick Wiebe, Bundesjugendsprecher der DSJ, der an dem Workshop teilnahm, stellt in loser Folge in den nächsten FOREN die Thesen vor unter Bezugnahme auf die bestehenden Strukturen der DSJ. Die verschiedenen Ebenen der Schachorganisation sind aufgerufen, die Thesen ebenfalls kritisch den eigenen Strukturen entgegenzusetzen und eine Art Bestandsaufnahme vorzunehmen.

These 1: Eigenständigkeit der Jugend soll dazu beitragen, daß Kinder / Jugendliche eigene Wege erproben können und weniger der Gefahr ausgesetzt sind, von Erwachsenen manipuliert zu werden.

Bezug zur Deutschen Schachjugend:

In der Deutschen Schachjugend gibt es nur wenige Formen von Eigenständigkeit für Jugendliche. In vielen Vereinen diktieren Erwachsene genauso den Fortgang des Vereinslebens wie Erwachsene im Vorstand der Deutschen Schachjugend in Bezug auf grundsätzliche Konzepte und Organisationsstrukturen.

Durch mehr Eigenständigkeit der Jugendlichen können neue Impulse in allen Bereichen gegeben werden und es wird verhindert, daß Entscheidungen getroffen werden, die realitätsfern weit ab von der Welt der Jugendlichen sind. Den Jugendlichen bleibt derzeit nur die Möglichkeit der Reaktion, sich von der Sportart zu verabschieden oder sich abzusondern in spezielle Nischen. Im Moment bedeutet dies für die Organisation Verlust von Mitgliedern, der gerade in den älteren Jahrgängen deutlich festgestellt werden kann.

Mögliche Formen der Eigenständigkeit wären zum Beispiel Seminare in alle Bereichen der Deutschen Schachjugend, auf denen die Jugendlichen eine kritische Bestandsaufnahme der bestehenden Strukturen vornehmen können. Daraus sollen sich dann Arbeitspapiere und Vorschläge ergeben, die dann gemeinsam diskutiert werden.

These 2: Eine Kultur der Beteiligung, Mitbestimmung, Mitverantwortung in den Vereinen kann dazu beitragen, gesellschaftliche Tendenzen wie Hedonismus und Individualismus abzufedern.

Bezug zur Deutschen Schachjugend:

In der Deutschen Schachjugend gibt es hauptsächlich nur zwei Formen der Beteiligung von Jugendlichen: den Aktivensprecher und den Jugendsprecher. In den Vereinen wenn überhaupt einen Jugendsprecher, der meistens nicht sehr viele Rechte besitzt (zum Beispiel oft kein Stimmrecht im Vorstand).

Damit ist eine ausreichende Form der Mitbestimmung und Mitverantwortung nicht gegeben. Als Bundesverband muß die Deutsche Schachjugend eine Vorbildfunktion einnehmen und über diese auf die unteren Ebenen einwirken, die derzeitigen Strukturen zu verbessern. Jugendordnungen und Jugendsprecher dürfen nicht länger als Alibi fungieren, um an Fördermittel zu gelangen, denn in den Kinder- und Jugendplänen aller Ebenen sind diese Strukturen gefordert als Voraussetzung, um an Fördergelder für die Jugendarbeit zu gelangen.

Das Ziel muß heißen, eine breit unterstützte Kampagne bis runter in die Vereine zu organisieren, um über die Teilnahme von Jugendlichen an den Entscheidungsprozessen die Mitverantwortung der Jugendlichen zu fördern und sie über die Verantwortung für eigene Bereiche aus der Individualisierung zu lösen.

(Wird fortgesetzt)

Passend zum Beitrag von Patrick Wiebe brachte der hessische Jugendsprecher Oliver Uwira seine Sorge über die Arbeit der DSJ, die nur Teilbereichen der Jugend gerecht wird, in einem Artikel über die Jugendversammlung der DSJ zum Ausdruck, der hier auszugsweise wiedergegeben wird:

... „Ich möchte den Wunsch zum Ausdruck bringen, daß der neue Vorstand die Linie weiterverfolgt, den Spielbetrieb nicht als einzige Aufgabe anzusehen, sondern sich auch in der allgemeinen Jugendarbeit zu engagieren. Man muß sich nämlich vor Augen halten, daß nur ein Bruchteil der Jugendlichen von Leistungssportkonzepten und Dingen wie zentraler Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften oder auch der Altersklassenangleichung betroffen sind. Die Mehrzahl der Jugendlichen will lediglich Spaß am Spiel haben, und die Vereine von diesen Jugendlichen zahlen auch Mitgliedsbeiträge, so daß man auf dem Gebiet der allgemeinen Jugendarbeit auch ein gewisses Engagement erwarten darf.

... Zudem sei hierzu gesagt, daß von der Deutschen Sportjugend Gelder für die allgemeine Jugendarbeit der DSJ zur Verfügung gestellt werden und deshalb erscheint das „DSJ 2000-Konzept“, das die Arbeitsschwerpunkte in den drei gleichberechtigten Säulen „schachsportliche Arbeit“, „Schulschach“ und „allgemeine Jugendarbeit“ sieht, als die geeignete Arbeitsgrundlage für die Aktivitäten der DSJ.“ ...


Neues aus den Landesverbänden

Der Hamburger Schachjugendbund (HSJB) hat über die neuen Medien ein interessantes Angebot für die Hamburger Jugendgruppen eingerichtet, den HSJB - Newsletter, der zeitlich unregelmäßig nach Bedarf erscheint und als Abonnement kostenfrei per eMail zu beziehen ist. Im HSJB - Newsletter findet man aktuelle Angebote des HSJB, Angebote, Ausschreibungen der Vereine, gleichzeitig ist er eine Ideenbörse, die auch über die Landesgrenzen hinaus interessantes enthält, weshalb ich einige Informationen daraus auch im FORUM veröffentliche. An- oder Abmeldungen für den HSJB - Newsletter durch eine kurze eMail an
André van de Velde
eMail: AvdVelde@gmx.net
Tel.: (040) 570 24 69

HSJB - Fahrradtour nach Siebeneichen 30.5.-1.6.

Die nun schon zum 5. Mal angebotene Fahrradtour des HSJB ist ein gutes Beispiel, wie über ein außerschachliches Angebot der Kontakt zwischen den verschiedenen Gruppen, die sich sonst eher „feindschaftlich“ im Wettkampf begegnen, entwickelt werden kann. Eine nachahmenswerte Idee für Kreise, Bezirke.

„Vom 30.5. bis 1.6. findet zum 5. Mal die Fahrradtour nach Siebeneichen statt. Mitmachen können alle 5.-7.-Kläßler, einige herausgewachsene Fans aus den vergangenen Jahren und eine Reihe Leiter. Übernachtet wird in Zelten und Schlafsäcken in einem unbeheizten Freibad. Die Teilnahme kostet 50,- DM.“

HSJB - Jugendgruppenleiterlehrgang 11.7.-18.7.

Endlich gibt es wieder einmal einen Jugendgruppenleiterlehrgang für Schachspieler. Der Ausschuß für Allgemeine Jugendarbeit des HSJB hat dies ermöglicht, und bietet selbigen vom 11.-18.7. in der sehr schönen Sportschule Schönhagen an. Der Lehrgang kostet 120,- DM, das Mindestalter ist 16 (fast 16 gilt aber auch). Nach dem Lehrgang erhält man einen Jugendgruppenleiterausweis, mit dem man sich offiziell als Jugendbetreuer im Verein ausweisen kann und viele Vorteile bekommt (z.B. umsonst in Bücherhallen ausleihen).

Schon mehrmals hat die DSJ die Landesverbände darauf hingewiesen, daß die Ausbildung zum Jugendgruppenleiter der optimale Einstieg in die Lehrarbeit und Ausbildung von künftigen Übungsleitern ist. Mit einem überschaubaren zeitlichen Aufwand erhalten die Jugendlichen das Rüstzeug, um verantwortungsbewußt (siehe Aufsichtspflicht FORUM 2 und 3) Jugendarbeit zu betreiben. Leider wird diese Möglichkeit von den Ländern nicht genutzt, obgleich sogar die Lehrgänge von den Landessportjugenden finanziell unterstützt werden. Es wird eine große Chance in der Lehrarbeit ausgelassen!

Die "Chess Go Card"

Was könnte cooler sein als eine eigene Klubkarte? Hat sich auch der Ausschuß für Allgemeine Jugendarbeit des HSJB (AfAJ) gedacht, und so gibt es nun die "Chess Go Card".

Für nur 5,- DM pro Jahr erhält man regelmäßig Post vom AfAJ und viele Vergünstigungen bei Veranstaltungen. Höhepunkt soll der Kinoabend des neuen HSJB-Clubs im "Magazin" werden.

Infos zu den verschiedenen Ideen bekommt man vom Vorsitzenden des Ausschusses für Allgemeine Jugendarbeit des HSJB: Boris Bruhn, Von-Moltke-Bogen 19, 22459 Hamburg oder über den 1. Vorsitzenden des HSJB (siehe HSJB - Newsletter).

Nordrhein-Westfalen:
Großschachspiel und Buttonmaschine

Der Schachbund und die Schachjugend NRW bieten für Werbeveranstaltungen den Vereinen zwei wichtige Hilfsmittel, die eigentlich auch in den anderen Landesverbänden den Vereinen zur Verfügung stehen sollten:

Ein Großschachspiel mit einer Königshöhe von 75 cm und eine Buttonmaschine, mit der sich kinderleicht wunderbare Werbebuttons mit persönlichen Motiven herstellen lassen. Beides kann beim Verband in der Geschäftsstelle entliehen werden, muß allerdings selbst abgeholt werden: Geschäftsstelle SB NRW, Friedrich-Alfred-Str. 25, 47055 Duisburg, Tel.: 0203 / 738 16 74.


Deutscher Schachbund

Vereine mit Jubiläen aufgepaßt!

Der Breiten- und Freizeitsportbereich des DSB bietet all den Vereinen eine Hilfestellung an, die ein Vereinsjubiläum (ab 25jährigem Bestehen in 5 Jahres-schritten) feiern. Der DSB vergibt Materialgutscheine im Werte von 50 DM und 100 DM für den Kauf seiner Werbematerialien. Allerdings müssen die Vereine mit diesen Materialien auch öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, die nach außen an den Nichtschachspieler gerichtet sind, durchführen.

Anträge sind zu richten an den Breiten- und Freizeitsportreferenten des DSB Ernst Bedau, Obere Hofstückstraße 26, 67146 Deidesheim, Fax.: 06326 / 98 92 72.


Internationaler Jugendaustausch

Jugendliche Teilnehmer für internationale Workcamps gesucht

(DSB-Presse) Der Service Civil International (SCI) sucht für internationale Workcamps auf der ganzen Welt Jugendliche ab 16 Jahren und junge Erwachsene, die jeweils für drei Wochen lang mit ihrer freiwilligen Arbeit sinnvolle Projekte unterstützen wollen. Es handelt sich dabei etwa um Projekte in den Bereichen Antirassismus, Ökologie, Denkmalpflege oder Frieden.

Zudem werden vom SCI Camp-Leiterinnen und -Leiter gesucht, die Workcamps in Deutschland führen.

Informationen beim SCI, Deutscher Zweig, Blücherstraße 14, 53115 Bonn, Tel.: 0228-212 08 67, Fax.: 0228/26 42 34
eMail: SCI-D-Bonn@OLN.COMLINK.APC.ORG

Australien macht Schule

Eine gute Nachricht für alle Schüler, die einige Monate an einer australischen Schule verbringen möchten.

Student Travel and Education Programmes International (STEP IN) organisiert Gastfamilienaufenthalte mit Schulbesuch für drei, fünf oder zehn Monate nach „Down under“, wie die Australier ihren Kontinent selbst liebevoll nennen.

Ob man für einen Schulaufenthalt geeignet ist, welche Formalitäten für das Visum vorzubereiten sind oder welches Fächerangebot an australischen Schulen vorhanden ist, STEP IN beantwortet alle Fragen und bereitet Schüler und Eltern sorgfältig und ausführlich auf den Aufenthalt vor. Sogar auf Fragen nach Mitbringseln für die Gastfamilien gibt es hier hilfreiche Tips.

Während der Austauschzeit übernimmt STEP IN zusammen mit der australischen Partnerorganisation die Betreuung der Teilnehmer.

Dreimonatige Aufenthalte mit anschließendem Ausflugsprogramm gibt es ab Juli, fünf- oder zehnmonatige Aufenthalte ab Juli/August beziehungsweise Januar.

Für weitere Informationen und Beratung auch in Bezug auf High School Aufenthalte in den USA wende man sich an: STEP IN, Auf dem Brand 10, 53177 Bonn, Tel.; 0228/31 40 30, Fax.: 0228/31 40 90.


Impressum DSJ-FORUM

Herausgeber: Deutsche Schachjugend
http://Deutsche-Schachjugend.de/
Verlag: JugendSchachVerlag, Partner der Deutschen Schachjugend
Redaktionsanschrift: Geschäftsstelle Deutsche Schachjugend, Jörg Schulz, Hanns-Braun-Str. Friesenhaus I, 14053 Berlin.

Das DSJ-FORUM ist das Informationsblatt der Deutschen Schachjugend. Es erscheint 10 mal im Jahr als Beilage der Zeitung JUGENDSCHACH.
DSJ-FORUM wird gefördert aus Bundesmitteln des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 18.11.2001