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Chessy

Auszug aus dem Antrag der DSJ zum Bundeskongress:

1. Antrag zur Zusammensetzung des Präsidiums

6. Präsidium

§ 25 Zusammensetzung

(1) Das Präsidium des Bundes wird gebildet aus:

  1. dem Präsidenten,
  2. drei Vizepräsidenten,
  3. dem Schatzmeister,
  4. dem 1. Vorsitzenden der Deutschen Schachjugend (neu)

(2) Der Geschäftsführer gehört dem Präsidium beratend an.

§ 27 Wahl

(1) Der Bundeskongress wählt das Präsidium, den Sportdirektor, den Referenten für Breitenschach und die Referenten gem. § 14 Abs. 1 Nr. 4 für die Dauer von zwei Amtsjahren. Ausgenommen davon ist der von der Jugendversammlung zu wählende Vorsitzende der DSJ, der vom Kongress zu bestätigen ist.

Zusammensetzung des erweiterten Präsidiums

Bei Annahme des vorstehenden Antrages ist die Zusammensetzung des Erweiterten Präsidiums (§ 21) zu ändern, da der 1. Vorsitzende der Deutschen Schachjugend als Mitglied des Präsidiums dem Gremium angehört und nicht separat aufzuführen ist.

Begründung

Die Deutsche Schachjugend (DSJ) ist mit ihren über 26.000 Schach spielenden Kindern und Jugendlichen ein integraler Bestandteil des Deutschen Schachbundes (DSB), versteht sich als solcher und möchte auch als dieser wahrgenommen werden. Unter dem Dach des DSB verwalten wir uns eigenständig und versuchen nach Kräften, möglichst vielen Kindern und Jugendlichen das Schachspiel in seiner ganzen Vielfalt zu vermitteln.

In den Diskussionen um die Strukturreform wurde häufig das Argument angeführt, dass durch einen Sitz in Präsidium genau diese Eigenständigkeit der DSJ verloren geht. Unsere Eigenständigkeit ist aber nicht dadurch begründet, dass wir nicht im Präsidium vertreten sind, sondern vielmehr durch eigene Haushaltsmittel, eine eigene Jugendordnung, einen eigenen Vorstand und Selbstverwaltung. Zu einer so verstandenen Eigenständigkeit gehört auch, dass die DSJ ihre Anliegen eigenständig in den entscheidenden Gremien des DSB, dem Präsidium vertreten kann und zwar durch ihren 1. Vorsitzenden. Der Vorstand der DSJ wehrt sich gegen einen falsch verstandenen Begriff von Eigenständigkeit und möchte seinen Teil der Verantwortung für das deutsche Schach im Präsidium wahrnehmen.

Nach den Vorstellungen des DSB soll das zukünftige Präsidium des DSB aber ohne den 1. Vorsitzenden der DSJ arbeiten. Dadurch werden die Ideen und die Interessen der DSJ bei vielen Entscheidungen des Präsidiums noch weniger berücksichtigt als bisher. Einige Vertreter des DSB vertraten hier die fälschliche Ansicht, dass im zukünftigen Präsidium nur sporadisch Angelegenheiten der DSJ beraten würden. Der Vergleich des Aufgabenspektrums des bisherigen Präsidiums des DSB mit dem des Vorstands der DSJ zeigt aber, dass wir in gewisser Hinsicht ein Abbild dessen sind. Auch die DSJ hat eine umfassende Aufgabenstellung, die Öffentlichkeitsarbeit und Breitenschach genauso beinhaltet wie Schulschach und Mädchenschach. Sobald also das Präsidium über Angelegenheiten des Breitenschachs, der Öffentlichkeitsarbeit, des Schulschachs oder des Frauenschachs berät, ist die DSJ als integraler Bestandteil des DSB davon betroffen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass das zukünftige Präsidium sich zusätzlich noch mit Zukunftsaufgaben und der Zukunftsentwicklung befassen soll, ist die Sichtweise der DSJ nicht wegzudenken aus diesem Gremium. Ein wesentlicher Bestandteil der Zukunft des DSB ist nun einmal das Kinder- und Jugendschach, was die Marketingkonzeption des DSB deutlich herausstellt. Um weitere Ideen aus diesem Bereich erfolgreich umsetzen zu können, bedarf es wie bei der Erstellung der Konzeption der gemeinsamen Arbeit von DSB und DSJ.

Diese gemeinsame Arbeit kann aber nicht ohne weiteres von einem Vizepräsidenten übernommen werden, da die DSJ nach der Satzung des DSB schließlich eigenständig in eigenen Strukturen und Gremien ihre Aufgaben bewältigt. Der Vorstand der DSJ sieht daher große Abstimmungsprobleme und Informationsschwierigkeiten, sollte tatsächlich ein Vizepräsident die Sichtweise der Deutschen Schachjugend in das Präsidium tragen. Er benötigt dazu ein enormes Hintergrundwissen und Kenntnis über die Diskussionsverläufe im Vorstand der DSJ, damit er die Meinung der DSJ kompetent vertreten kann. Selbst wenn sich der Vizepräsident dieses Wissen erarbeitet hat, bleibt fraglich wie er sich mit dem Vorstand der DSJ abstimmt. Diese Lösung ist aber unter keinen Umständen effektiv, da ja mit dem 1. Vorsitzenden der DSJ eine Person die Sichtweise der DSJ kompetent im Präsidium vertreten kann.

Statt eine effektivere Zusammenarbeit zwischen DSB und DSJ anzustreben würde mit der angestrebten neuen Struktur eine zusätzliche Kommunikationsebene mit all ihren Gefahren eingebaut werden. Die Vorteile einer eigenständigen Vertretung der DSJ durch ihren 1. Vorsitzenden im Präsidium des DSB liegen also deutlich auf der Hand.

Falls sich der DSB mit seiner geplanten Struktur des Präsidiums durchsetzt, hat dies zur Folge, dass die DSJ und der DSB weiter auseinanderdriften. Der Vorstand der DSJ sieht die Strukturreform des DSB als eine Chance an, wesentlich intensiver mit dem DSB zusammenzuarbeiten. Gemeinsame Schwerpunkte wie das Schulschach, die Marketinginitiative oder das Breitenschach müssen auch gemeinsam geplant und bearbeitet werden. Neben den Ideen der DSJ kann der DSB dabei auch von der Arbeitskraft und der Erfahrung der DSJ profitieren, die wir uns bei Deutschen Jugendmeisterschaften, Messeauftritten und vielen anderen Aktivitäten erarbeitet haben. Außerdem werden durch eine intensivere Zusammenarbeit zwischen dem DSB und der DSJ bisher entstehende Reibungsverluste in der Kommunikation auf ein Minimum reduziert. Die Kommunikation der Anliegen der DSJ geschieht direkt und nicht auf Umwegen.

Die gelegentlichen Treffen zwischen den geschäftsführenden Gremien des DSB und der DSJ können eine kontinuierliche und intensive Zusammenarbeit in dem Präsidium nicht ersetzten, sondern sollten sie flankieren. Diese Treffen sind aus der Sicht der DSJ sinnvoll und sollten fortgeführt werden, um den Informationsaustausch weiter zu verbessern. Sie können und dürfen aber nicht die aktive und gestalterische Mitarbeit im Entscheidungsgremium des DSB ersetzten.

Der Vorstand der DSJ hat sich mit diesen Vorstellungen intensiv in die Diskussion um eine Strukturreform des DSB eingebracht und bei der Zusammensetzung des zukünftigen Präsidiums auf die Mitgliedschaft des 1. Vorsitzenden der DSJ in diesem Gremium gedrängt. Da unseren Argumenten in den vorbereitenden Tagungen leider nicht gefolgt wurde, wenden wir uns hiermit direkt an alle Delegierten des Kongresses in der Hoffnung, Sie zu überzeugen. Bitte berücksichtigen Sie unsere Argumente bei Ihrer wichtigen Entscheidung über die Strukturreform des DSB.

Patrick Wiebe
1. Vorsitzender DSJ


Antrag und Begründung auf Verbleib des Leistungssportbeauftragten der Schachjugend in der Leistungssportkommission des DSB.

2. Antrag zur Zusammensetzung der ständigen Kommission Leistungssport

§ 41 Kommission Leistungssport

(1) Die Kommission Leistungssport besteht aus:

  1. dem Referenten für Leistungssport als Vorsitzendem,
  2. dem Bundestrainer,
  3. dem Bundesnachwuchstrainer,
  4. der Aktivensprecherin,
  5. dem Aktivensprecher,
  6. dem Beauftragten für Leistungssport der Deutschen Schachjugend (neu)
  7. zwei Vertretern der Landesverbände.

Begründung:

Das Leistungsschach im Kinder- und Jugendbereich wird seit einigen Jahren federführend durch den Deutschen Schachbund (DSB) organisiert. Trotzdem war die Deutsche Schachjugend (DSJ) durch ihren Beauftragten für Leistungssport bisher immer in den entscheidenden Gremien wie dem Technischen Ausschuss und der Leistungssportkommission vertreten, wofür es gute Gründe gibt.

In der Konzeption für Leistungssportförderung im DSB sind die nationalen Meisterschaften im Kinder- und Jugendbereich als wichtiger Bestandteil der Leistungssportarbeit hervorgehoben. Die jugendlichen Kaderspieler sollen an diesen Meisterschaften teilnehmen und werden an ihren Ergebnissen gemessen. Die nationalen Jugendmeisterschaften sind eine zentrale Veranstaltung des Leistungssports im Kinder- und Jugendbereich mit direkter Qualifikation zu Europa- und Weltmeisterschaften, die eigenständig von der DSJ organisiert und durchgeführt werden. Daher ist die Sichtweise der DSJ in Hinblick auf die nationalen Kinder- und Jugendmeisterschaften unerlässlich, gerade in der Leistungssportkommission des DSB.

Außerdem versteht die DSJ ihre umfassende Jugendarbeit so, dass der Aspekt des Leistungsschachs im Kinder- und Jugendbereich nicht vernachlässigt werden darf. Dazu wählt die DSJ auf ihren Jugendversammlungen einen Beauftragten für Leistungssport, der die Sichtweise des Leistungssports bei unseren Entscheidungen einbringt und die DSJ kompetent in den Gremien des DSB vertritt.

Gerade die Landesschachjugenden haben großen Wert auf die Wahl eines Beauftragten für Leistungssport gelegt, da in einigen Landesverbänden noch immer die Jugendorganisationen für den Leistungssport verantwortlich sind. Genauso wenig wie es im Interesse dieser Landesverbände sein kann, die Kompetenz ihrer Landesschachjugenden im Leistungssportbereich nicht zu nutzen, kann der DSB beim Leistungsschach nicht gänzlich auf die Zusammenarbeit mit der DSJ verzichten.

Leistungssportarbeit ist auf Länderebene Nachwuchssport, da das Alter der Landeskader in der Leistungssportkonzeption auf maximal 17 Jahre begrenzt ist. Nachwuchsarbeit ist Kinder- und Jugendarbeit. Diese Aufgaben hat der Deutsche Schachbund zurecht auf die Deutsche Schachjugend und die Landesschachjugenden übertragen, weshalb es dem System widerspricht, den Nachwuchsleistungssport von der Kompetenz der Schachjugenden abzukoppeln.

Daher beantragen wir den Verbleib des Beauftragten für Leistungsschach der DSJ in der Kommission Leistungssport.

Patrick Wiebe
1. Vorsitzender DSJ

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 06.05.2003