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Chessy

Tag des Schachs Ende August 2003

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Tag des Schachs ein voller Erfolg

Bundesinnenminister Otto Schily: „Ich hoffe, das Schach wird an diesem letzten Augustwochenende bundesweit im Mittelpunkt der sportlichen Aufmerksamkeit stehen und den Beweis dafür antreten, dass es eine lebendige Sportart ist, die es zu Recht verdient, noch mehr Sympathisanten und Freunde zu gewinnen.“

Die Hoffnungen des Schirmherrn für den Tag des Schachs 2003 wurden erfüllt! Da wo sich Schach in der Öffentlichkeit präsentierte, mobilisierte Schach und begeisterte die Menschen. Gut 3.000 Bürger trugen sich beim Duell der Städte in die ausgelegten Listen ein und nahmen damit an mindestens einer schachlichen Aktivität teil: sie lösten Schachaufgaben, sie spielten eine Partie, sie blitzen, sie nahmen am Simultan teil. Noch viel mehr Kiebitze schauten ihnen über die Schulter und informierten sich über den Schachsport.

In vielen Städten gingen die Vereine und Verbände mit Schach an die Öffentlichkeit. Dabei nahmen allerdings nicht alle Städte das Motto des Deutschen Schachbundes wörtlich und beteiligten sich am Duell der Städte.

Immerhin 18 Städte und Gemeinden nahmen am Duell teil und brachten zusammen die imposante Zahl von 2.752 Bürgern an die Bretter:

Teilnehmerzahl Verein (Bundesland)   Teilnehmerzahl Verein (Bundesland)

      73       Elmshorn (SWH)              256      Neubrandenburg (MVP)
      58       Neumünster (SWH)            317      Zwickau (SAC)
      41       Heide (SWH)                  60      Wolfenbüttel (NDS)
     222       Eutin (SWH)                  95      Brühl (BAD)
     601       Kaltenkirchen (SWH)         658      Brilon (NRW)
      16       Kappeln (SWH)                12      Mörlenbach (HES)
      84       Brunsbüttel (SWH)            45      Kropp (SWH)
      30       Quickborn (SWH)             105      Ohmbach (RLP)
      61       Hof (BAY)                    18      Villingen (WÜR)

In der Kategorie der Gemeinden über 50.000 Einwohner nahmen Zwickau (SAC) und Neubrandenburg (MVP) teil. Bei diesem indirekten Duell ging Zwickau, das mit den Zwickau-Arcaden einen potenten Partner gewonnen hatte, mit 317 TN gegenüber 256 TN in Neubrandenburg in Führung. Viel imposanter sind aber die folgenden Zahlen: In Zwickau sorgten 60 ehrenamtliche Helfer an 11 Stellen im Stadtgebiet dafür, dass Schach an diesem Tag des Schachs wirklich in aller Munde war! Aber auch in Neubrandenburg sah es nicht viel anders aus. Zwar konzentrierte sich dort alles an einem Ort, dem Marktplatz-Center, doch dafür beteiligte sich der erste Bürger der Stadt der Oberbürgermeister Dr. Krüger persönlich am Simultan und auch der Stadtpräsident Rührs war zur Eröffnung herbeigeeilt.

Den absoluten Vogel schossen dann aber die Ortschaften Kaltenkirchen (SHW) und Brilon (NRW) in der Kategorie 10.000 bis 50.000 Einwohner ab. Mit 601 und 658 mobilisierten sie die meisten Teilnehmer überhaupt. Die Schachfreunde in Brilon nutzten das Stadtfest für ihre Aktivitäten und in Kaltenkirchen war die hohe Beteiligung vor allem einem ehemaligen Lehrer zu verdanken, der unter großen Aufwand eine Woche lang alle seine früheren Schüler per Telefonrundruf zum Mitmachen aufrief. Und viele von ihnen kamen mit Familie und so mancher von ihnen will sich wieder mit Schach aktiv beschäftigen. Die Stadt mit ihrem Bürgermeister Ingo Zobel an der Spitze, der den Schachstand mit 3 Zelten direkt vorm Rathaus persönlich eröffnete und auch beim zweiten Standort der Haupt- und Realschule vorbeischaute, unterstützte den örtlichen Schachverein bei allen Aktivitäten.

Aber auch die Schachvereine in den übrigen Gemeinden fielen durch viele interessante und ideenreiche Veranstaltungen auf, erhielten eine gute Presseresonanz und zeigten sich alle begeistert vom Tag des Schachs und dem Gang in die Öffentlichkeit. Überall war die Unterstützung durch die regionale Sportverwaltung wie durch die Politik gegeben. In Brühl (BAD) ging man zum Beispiel in ein Freibad und übergab dort dem Bürgermeister Dr. Ralf Göck ein Freiluftschach, wobei sie leider in diesem Jahrhundertsommer einen der wenigen nicht so schönen Tage erwischten. In Villingen (WÜR) schrieb die Presse: „Gehirnjogging in der Muckibude“. Der örtliche Schachverein hatte einfach seine Aktivität ein Jugendschnellturnier in den Galimar Fitness Center verlegt und somit die direkte Nähe von Schach zum Sport betont, was dankbar von der Presse aufgenommen wurde.

In der Kategorie unter 10.000 Einwohner beteiligte sich nur eine Gemeinde und zwar Ohmbach in der Pfalz mit 920 Einwohnern. Der örtliche Verein erhielt die volle Unterstützung des Pfälzischen Schachbundes, denn direkt am Ohmbachsee fand an dem letzten Augustwochenende ein Festival des Sports statt. Roland Klein vom SC Ohmbach schreibt: „Der Zuspruch zu unseren Angeboten hat uns schlichtweg begeistert. Trotz der großen Konkurrenz (Turner, Judo, Karate, Radsport, Tennis, Wassersport usw.) war unser Stand zeitweise regelrecht ‚umlagert’ von Schachinteressierten. Besonders die Kleinsten fanden Gefallen am Freiluftschach. Das hatte zur Folge, dass viele Eltern sich nach unserem Trainingsangebot erkundigten und wir hoffen, dadurch neue Schachfreunde gewinnen zu können.“ Nicht nur in Ohmbach der Zuspruch war groß und viele Vereine konnten über erste Neueintritte und neue Gesichter beim Vereinsabend berichten.

Über die Teilnahme am Duell der Städte hinaus kam es noch in folgenden Städten zu schachlichen Aktivitäten am Tag des Schachs:

Berlin:     Hier gab es eine Neuauflage des Duells jung gegen alt.
Bremen:     Ein Schachstand auf dem Findorffer Markt zog das Publikum und die Presse an.
Magdeburg:  Prominenz trat gegen den Nachwuchs an.
Regensburg: Ein internationales Städteduell brachte Öffentlichkeit.

(Berlin, Oktober 2003, Jörg Schulz)

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© 1.98 by Gerhard Hund (TeleSchach) für die DSJ in der Deutschen Sportjugend | Update 10.10.2003