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Presseerklaerung

des Koeniglich Niederlaendischen Schachbundes und des Deutschen Schachbundes

Haarlem / Berlin, 20.2.2001


Die FIDE beschloss neue Regeln für die Bedenkzeitkontrolle. Niederlande und Deutschland protestierten dagegen (siehe untenstehendes Email von Egon Ditt, dem Präsidenten des Deutschen Schachbundes).

Neue Regel in Kurzfassung: 40 Züge in 75 Minuten, 15 Minuten für den Rest der Partie, wobei je Zug 30 Sekunden gutgeschrieben werden. Hierfür ist die neue elektronische Schachuhr erforderlich. Betroffen sind alle FIDE-Veranstaltungen, die nach dem 1.1.2001 beginnen.

Diverse Unterlagen und Stellungnahmen (in englischer Sprache) enthält die Webseite von TWIC (The Week in Chess Magazine): http://www.chesscenter.com/twic/timerate.html


From: EgonDitt@t-online.de (Egon Ditt)
Subject: neue FIDE Zeitkontrolle
Date: Tue, 20 Feb 2001 18:12:48 +0100


Presseerklaerung
des Koeniglich Niederlaendischen Schachbundes und des Deutschen Schachbundes
Hollaendischer und Deutscher Schachbund bekaempfen die neue Zeitkontrolle vor dem IOC Schiedsgericht

Der Vorstand des Koeniglich Niederlaendischen Schachbundes und der Vorstand des Deutschen Schachbundes haben am 6. Februar 2001 / am 10. Februar 2001 beide entschieden, die Entscheidung des FIDE Vorstands zur neuen Zeitkontrolle nicht zu akzeptieren.

Ein Brief des FIDE Exekutivdirektors Omuku hatte auf Verlangen des Praesidenten der FIDE die Entscheidung zu erklaeren versucht, konnte aber in keiner Weise ueberzeugen, dass der FIDE Vorstand autorisiert war, eine allgemeine Entscheidung in dieser wichtigen Angelegenheit zu treffen.

In einem gemeinsamen Brief an den Praesidenten der FIDE benannten der Hollaendische und der Deutsche Schachverband erneut die Gruende gegen die Entscheidung:

  1. Die vom Vorstand entschiedene neue Zeitkontrolle wuerde die Qualitaet unseres Spiel radikal veraendern. Grundsaetzlich sind wir zur Diskussion ueber eine andere Zeitkontrolle bereit, aber wir wollen nicht ernsthaftes Schach in Schnellschach veraendern.

  2. Eine so wichtige Angelegenheit muss gruendlich mit den Spielern, den nationalen Verbaenden und den fachlichen Komitees der FIDE diskutiert werden, und es waere weise, vor einer Entscheidung eine experimentelle Phase zu haben. Die Art, wie diese wichtige Sache behandelt wurde ist nicht die Art, wie eine internationale Sportorganisation handeln sollte.

  3. Der Vorstand ist nicht autorisiert worden, diese Sache allgemeingueltig zu entscheiden, weder durch die Satzung noch durch die Generalversammlung. Die Autorisierung wurde eingeschraenkt fuer den Weltmeisterschaftszyklus gegeben (wo wir die Entscheidung auch nicht tragen, aber sie im Augenblick akzeptieren muessen und auf der naechsten Generalversammlung diskutieren werden).

Beide nationalen Verbaende haben sich entschieden, gemeinsam zu handeln und entsprechend Kapitel 17 der FIDE Satzung das IOC Schiedsgericht (Court of Arbitration for Sports) in Lausanne anzurufen, um den Konflikt beizulegen, wenn der FIDE Vorstand in seiner naechsten Sitzung nicht seine Entscheidung auf den Weltmeisterschaftszyklus begrenzt.

Haarlem / Berlin, 20.2.2001

(gezeichnet) Herman Hamers,
Praesident des Koeniglich Niederlaendischen Schachbundes

(gezeichnet) Egon Ditt,
Praesident des Deutschen Schachbundes



© 8.96 by Gerhard Hund Update 21.02.2001